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Diese älteste mitteleuropäische Zeitschrift dieser Thematik informiert über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse durch Originalarbeiten und Tutorials, Nachrichten, Reportagen, Interviews, Kommentare, Rezensionen, Personalia und Veranstaltungshinweise, kurzum: In der »Zeitschrift für Audiologie« steht alles Wissenswerte aus diesem und den benachbarten Fachbereichen wie der Pädaudiologie, Logopädie, HNO-Heilkunde, Hörgeräte-Akustik, Audiometrie, Hörgeschädigtenpädagogik etc. Darüber hinaus verbreitet die Zeitschrift die Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Audiologie.

 

Dem internationalen Charakter entsprechend, erscheinen die Originalarbeiten und Tutorials in der »Zeitschrift für Audiologie« optional in englischer Sprache (mit deutscher Kurzfassung) oder deutschsprachig (mit Summaries in Englisch). Die Tabellen- und Bildlegenden sind stets zweisprachig.

 

Für die Qualität des redaktionellen Inhalts bürgt ein Expertenteam der verschiedenen Fakultäten aus dem In- und Ausland.

 

Die Online-Plattform ist das Zentralarchiv aller wissenschaftlichen Beiträge der Fachzeitschrift und steht allen DGA-Mitgliedern und Abonnenten kostenlos im geschlossenen Bereich zur Verfügung. 

 
Audiological Acoustics | Aus der aktuellen Zeitschrift für Audiologie
Z Audiol 2021; 60 (1) 12–14 – Balji/Müller/Fröhlich/Polterauer/Dziemba

Elektrisch evozierte Potentiale des auditorischen Systems


Electrically evoked potentials of the auditory system

 

Izet Baljić1, Alexander Müller2, Laura Fröhlich3, Daniel Polterauer4, Oliver C. Dziemba5
1Helios Klinikum Erfurt, Audiologisches Zentrum, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Plastische Operationen, Erfurt
2Vivantes Klinikum im Friedrichshain, HörZentrum Berlin (Audiologisches Zentrum), Klinik für Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Plastische Operationen, Berlin
3Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)
4LMU Klinikum, Funktionsbereich CI, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, München
5Universitätsmedizin Greifswald Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie, Greifswald

 

Zusammenfassung: Die Registrierung elektrisch evozierter Potentiale des auditorischen Systems gewinnt in der klinischen Praxis zunehmend an Bedeutung. Bereits seit vielen Jahren zählt die Messung elektrisch evozierter Summenaktionspotentiale über das Cochlea-Implantat zum unverzichtbaren Bestandteil audiologisch-technischer Diagnostik im Rahmen einer qualitätsgesicherten Cochlea-Implantat(CI)-Versorgung. Nicht nur während der Operation, sondern auch im postoperativen Verlauf können damit wertvolle Informationen gewonnen werden. Noch nicht so verbreitet, jedoch an einigen Einrichtungen schon länger im Einsatz, ist die Ableitung elektrisch evozierter Hirnstammpotentiale über das CI. Diese Methode kann intra- und postoperativ erfolgen und erlaubt die objektive Beurteilung der Erregungsverarbeitung bis in den Hirnstamm, wodurch prinzipiell eine retrocochleäre Diagnostik realisiert werden kann. Eine entsprechende Modifizierung des Mess-Setups lässt auch die Registrierung der kortikalen Potentiale zu. Damit ist die Abbildung der zentralen auditorischen Wahrnehmung und Verarbeitung sowie die Reifung auf höherer Ebene des Hörsystems möglich. Wenn nicht das CI, sondern ein adäquater Stromstimulator für die Generierung des elektrischen Reizes und eine geeignete Stimulationselektrode für seine Applikation herangezogen werden, können Hirnstamm- und Hirnrindenpotentiale noch präoperativ ausgelöst und registriert werden. Insbesondere bei fehlenden Hörresten steht somit auch eine Option zur objektiven Prüfung der elektrischen Stimulierbarkeit der Hörbahn zur Verfügung. Ziel dieses Beitrages ist es, eine kompakte Übersicht über die Messmöglichkeiten der elektrisch evozierten Potentiale zu geben und den interessierten Leser auf das geplante DGA-Präsenztutorial vorzubereiten..

Stichwörter: E-BERA, ECAP, Cochlea-Implantat, EABR, E-CERA, EALR

 

Abstract: The registration of electrically evoked potentials of the auditory system is becoming increasingly important in clinical routine. For many years, the measurement of the electrically evoked compound action potentials via the cochlear implant has developed into an indispensable part of audiological diagnostics in the context of quality-assured cochlear implant (CI) provision. Valuable information can be obtained not only during the operation, but also in the postoperative rehabilitation process. The measurement of electrically evoked brainstem potentials via the CI is not yet routinely done by every audiologist but has been in use at some clinics for some time. This method can be applied intra- or postoperatively and enables an objective assessment of the processing of excitation up to the brainstem, which principally enables retrocochlear audiological diagnostics. A corresponding modification of the measurement setup also allows for the registration of cortical potentials. This allows the central auditory perception and processing as well as the maturation of higher levels of the hearing system to be mapped. If an adequate current stimulator and suitable stimulation electrodes are used, brainstem and cerebral cortex potentials can still be registered preoperatively. Particularly in the case of missing residual hearing, this enables objective testing of the electrical stimulability of the auditory pathway. The aim of this article is to give a compact overview of the measurement options for electrically evoked potentials and to “get the readers in the mood” for the planned DGA face-to-face tutorial.

 

Keywords: E-BERA, ECAP, cochlear implant, EABR, E-CERA, EALR



 
Z Audiol 2020; 59 (4) 138–145 – Eichenauer/Baumann/Weißgerber

Implementierung und Evaluation einer akustischen Raumsimulation für audiologische Testungen


Implementation and evaluation of acoustic room simulation for audiological testing

 

Anja Eichenauer, Uwe Baumann, Tobias Weißgerber
Audiologische Akustik, Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Frankfurt am Main

 

Zusammenfassung: In alltäglichen Hörsituationen ist die akustische Kommunikation von verschiedenen, anspruchsvollen akustischen Umgebungen geprägt. In der Regel treten Nebengeräusche auf und zusätzlich wird der Schall in Räumen von Wänden und Gegenständen reflektiert. Reflexionen haben einen Einfluss auf die Diskrimination von Sprachinformationen, jedoch werden audiologische Routinemessungen weitgehend in Messkabinen mit geringer Nachhallzeit durchgeführt. Das Ziel dieser Arbeit war die Implementierung und Evaluation eines Raumsimulationssystems zur Untersuchung der Hörleistung in alltagsnahen Hörsituationen mit unterschiedlicher Raumakustik und Nachhall.

Mithilfe einer Raumsimulations-Software wurde die Schallausbreitung in Abhängigkeit der Raumgeometrie und der Raumakustik berechnet. Über ein Multikanal-Wiedergabesystem mit 128 Lautsprechern werden den Ergebnissen der Simulation folgend der Anteil des Direktschalls und der Raumreflexionen wiedergegeben. Somit können beliebige Räume unter realitätsnahen und kontrollierten akustischen Bedingungen im Labor rekonstruiert werden.

Das Verfahren wurde anhand eines Raummodells eines leeren Hörsaals für verschiedene Absorptionsgrade evaluiert. Technische Messungen der Nachhallzeit (RT) und des Deutlichkeitgrades (D50) zeigten gute Übereinstimmung mit den Modellvorgaben. Zusätzlich wurden interaurale Pegeldifferenzen (ILDs) aufgezeichnet und in Bezug zu Sprachverständlichkeitsschwellen gebracht. Es zeigte sich, dass die ILDs mit zunehmendem Nachhall um bis zu 10 dB abnehmen. Gleichzeitig ist im Vergleich zwischen Freifeld und Nachhallkondition eine Verschlechterung des spatial release from masking (SRM) um bis zu 5,5 dB SNR zu verzeichnen.

Die Untersuchung der Diskrimination von Sprache mittels des vorgestellten Raumsimulations-Systems erweist sich als sinnvolle Ergänzung zu etablierten audiologischen Messverfahren. Ein unter bestimmten raumakustischen Bedingungen erzieltes Sprachverstehen kann reproduzierbar und zuverlässig untersucht werden.

Stichwörter: Raumsimulation, Nachhall, Sprachverstehen, räumliche Entmaskierung, SRM, interaural level difference, ILD

 

Abstract: Communication in everyday life listening situations is characterized by a variety of challenging acoustic scenes. Usually, background noise sources are present and, additionally, direct sound in rooms is reflected from walls and surfaces. These reflections affect speech perception. However, audiological assessments are usually performed in audiometric booths with very short reverberation time. The present study aims at implementing and evaluating a room simulation system to examine hearing ability in everyday life listening situations with different acoustic properties and reverberation.

By means of a room simulation software sound propagation was calculated in relation to room geometry and acoustic room parameters. The direct sound and its reflections are presented according to their direction by using a multichannel playback system with 128 loudspeakers. The setup is able to simulate desired room characteristics in the laboratory under realistic and controllable acoustic conditions.

The room simulation procedure was evaluated using an empty auditorium with different degrees of absorption properties. Technical measurements of reverberation time (RT) and distinctness (D50) showed good agreement with the model data. Additionally, interaural level differences (ILDs) were recorded and correlated with speech reception thresholds. ILDs are reduced up to 10 dB with increasing reverberation. At the same time, spatial release from masking (SRM) compared to free field conditions decreased up to 5.5 dB SNR.

The determination of speech discrimination using the presented room simulation system is a useful complement to established audiological measurements. Hearing performance can be determined reproducibly and reliably under defined acoustic properties.

 

Keywords: Room simulation, reverberation, speech perception, spatial release from masking, SRM, interaural level difference, ILD



 
Z Audiol 2020; 59 (4) 146–155 – Mueller

Perspective: Real ear verification of hearing aid gain and output


Blickwinkel: Insitu-Verifikation von Hörgeräteverstärkung und -ausgangsleistung

 

H. Gustav Mueller 1
1 Vanderbilt University School of Medicine, Nashville, United States

 

Abstract: It is the role of the audiologist to ensure that hearing aids are programmed and fitted to optimize benefit. Research has shown that haphazard fittings lead to reduced performance for the hearing aid user. This paper reviews the evidence supporting the use of validated prescriptive methods such as the NAL-NL2. The use of prescriptive methods includes ensuring that the fitting targets are met relative to ear canal SPL. This verification only can be made using probe-microphone measures; current techniques and procedures for this verification are discussed.

Keywords: probe microphone measures, real ear measures, hearing aid verification, prescriptive hearing aid fittings, NAL-NL2

 

Zusammenfassung: Aufgabe des Audiologen ist die Programmierung und Anpassung von Hörgeräten, sodass der größtmögliche Gewinn gewährleistet werden kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass zufällige Anpassungen zu einer reduzierten Leistung für den Hörgerätenutzer führen. Dieser Artikel überprüft die Belege, die die Nutzung von validierten Berechnungsmethoden wie NAL-NL2 unterstützen. Die Nutzung von Berechnungsmethoden umfasst die Gewährleistung, dass die Anpassziele in Bezug auf die Schalldruckpegel im Gehörgang erreicht werden. Diese Verifikation kann nur mit Sondenmikrofonmessungen durchgeführt werden; aktuelle Techniken und Verfahren für diese Verifikation werden diskutiert.

 

Stichwörter: Sondenmikrofonmessungen, Messungen am menschlichen Ohr, Überprüfung von Hörsystemen, vorberechnete Hörsystemanpassungen, NAL-NL2



 
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